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Das entwicklungspolitische Bildungsprojekt bei Soziale Bildung e.V.

Anlässlich lokaler Handlungsbedarfe entstanden im Jahr 2007 bei Soziale Bildung e.V. die ersten Konzepte zu globalisierungskritischer Bildung. Seit nun mehr als 10 Jahren werden die Inhalte stets erweitert und den jeweils aktuellen Dialog- und Handlungsbedarfen angepasst. Derzeit widmet sich das Projekt den Themenschwerpunkten Soziale Ungleichheit, Globalisierung & Konsum, Vielfalt & Migration, Flucht und (post)koloniale Verantwortung.

„(Post)koloniale Verantwortung und entwicklungspolitisches Lernen in erlebnisorientierten Formaten“

In dem 3-jährigen Projekt (2018 bis 2020) werden Multiplikator*innen für entwicklungspolitisches Engagement befähigt mehrere Bildungsformate weiterzuentwickeln und durchzuführen. Die Bildungsformate (Projekttage, Seminare, Stadtrundgänge, App) sind entsprechend der jeweiligen (oben benannten) entwicklungspolitischen Themenschwerpunkte und Zielgruppen konzipiert.

Das entwicklungspolitische Bildungsprojekt steht in enger Kooperation mit zwei Initiativen. Darunter die 2009 gegründete Konsum Global Rostock Initiative (KonGloRI) und die 2017 gegründete Initiative Rostock Postkolonial.

Die Inhalte des entwicklungspolitischen Bildungsprojekts werden dementsprechend in Projekttagen, Seminaren, Stadtrundgängen und Trainings für Jugendliche und Erwachsene sowie ab 2020 in einem Escaperoom umgesetzt.

The development policy education project at Soziale Bildung e.V.


On the occasion of local needs for action, the first concepts for globalization-critical education were developed at Soziale Bildung e.V. in 2007. For more than 10 years now, the content has been continuously expanded and adapted to the current needs for dialogue and action. At present the project is focused on the main topics of social inequality, globalization & consumption, diversity & migration, flight and (post)colonial responsibility.

„(Post)Colonial Responsibility and Development Policy-Related Learning in Experience-Oriented Formats“


The 3-year old project (2018 to 2020) enables multipliers, specialized on commitment to development policy, to develop and conduct several education formats. The education formats (project days, seminars, city tours, the app) are designed in accordance with the respective development policy topics (mentioned above) and target groups.

The development education project is in close cooperation with two initiatives. These include the Konsum Global Rostock Initiative (KonGloRI) founded in 2009 and the Rostock Initiative Rostock Postkolonial founded in 2017.


According to those, the contents of the development policy education project are realized in project days, seminars, city tours and trainings for young people and adults, and from 2020 on, additionally in an escape room.

 

 

KonsumGlobalRostockInitiative

KonsumGlobalRostockInitiative (KonGloRI)

Die Initiative ist im Jahr 2009 aus einem lokalen Handlungsbedarf entstanden und führt Ihre Arbeit bis heute weiter fort.

Unsere Motivation:

  • Die Initiativmitglieder möchten aus ihrem Engagement und Interesse heraus, konsum- und globalisierungskritisch in ihrer Heimatstadt agieren und öffentlich wirksam werden, dazu führt die Initiative regelmäßig konsumkritische Stadtrundgänge für interessierte Gruppen in Rostock durch.
  • Wir, die Mitglieder der Initiative, haben sich hierfür mittels einer Schulung Basiswissen angeeignet, welches in regelmäßigen Abständen gefestigt und erweitert wird. Aus dem Bedarf heraus haben wir bestehende Rundgangstationen variiert, angepasst und zielgruppenspezifisch verändert.
  • Wir sind der Meinung, dass jede*r Verantwortung trägt, für eine gemeinsame, nachhaltige und lebenswerte Zukunft, in welcher Ökonomie, Ökologie und Politik in ausgewogener Balance zu einander stehen.
  • Darüber hinaus möchte die Initiative Mitmenschen dazu anregen, sich aktiv an gesellschaftlichen Zusammenhängen zu beteiligen und individuelle Wege zu gehen, um Unternehmen an ihre ethische Verantwortung zu erinnern und diese in die Pflicht zu nehmen, da sie tagtäglich Einfluss auf Regionen, Länder und die gesamte Erde haben.
  • Hier ist außerdem die Politik gefragt, echte Partizipationsmechanismen zu schaffen, um Mitmenschen die Gestaltung der lokalen Umgebung zu ermöglichen, was in einem echten „think global act local“ münden soll.

Die Teilnehmer*innen sollen während des Rundganges für folgende Sachverhalte sensibilisiert werden:

  • Aufgabe und Wirkung von Werbung und deren Einfluss auf unser Kaufverhalten
  • Vor- und Nachteile von Konsumprodukten sowohl für Produzent*innen als auch für Konsument*innen
  • Lebens-, Arbeits- und Produktionsbedingungen verschiedener Produzent*innen in den produzierenden Ländern und deren Auswirkungen klimatische, ökonomische und ökologische Auswirkungen des Produktionsprozesses
  • Alternativen zu konventionell hergestellten Konsumprodukten mit lokaler und lebensweltnaher Anbindung
  • globale Effekte unseres lokalen Konsums, sowie für die Auswirkungen der Globalisierung als vielschichtiger Prozess
  • Die Teilnehmer*innen sollen motiviert werden, sowohl aktiv an der Gestaltung des Rundgangs mitzuwirken, als auch kleine erste Schritte der Beteiligung an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen zu wagen.

Die inhaltliche Vermittlung erfolgt über eine diskriminierungsarme Sprache und eine auf Menschenrechtsgrundlage basierender Argumentation, denn die Initiative hat den Anspruch, antirassistisch und antisexistisch aufzutreten und dies auch als Grundlage von Bildungsarbeit zu vermitteln.

 

 

Initiative Rostock Postkolonial

Die Initiative Rostock Postkolonial

Wer wir sind? Eine Initiative von Menschen, die sich unter „Rostock Postkolonial“ zusammenfassen lassen und angegliedert an ein Projekt von „Soziale Bildung e.V.“ seit dem Jahr 2017 recherchiert und rekonstruiert haben. Wir sind eine diverse Gruppe von Menschen, die sich als Lobby für das Thema Kolonialismus in Mecklenburg-Vorpommern, mit dem Fokus auf die Hanse- und Universitätsstadt Rostock, versteht. Im Rahmen unseres Agierens führen wir unter anderem Stadtrundgänge zu unseren Themenschwerpunkten durch.

Unsere Motivation:

  • Wir möchten Teil einer bildungspolitischen Gruppe sein, die einen öffentlichen Diskurs, auch in Schulen, zu einem wichtigen Teil der deutschen Geschichte führt.
  • Wir finden, dass der Kolonialismus und seine Folgen nicht nur Randthema sein soll. In der Auseinandersetzung mit diesem Thema fehlt oft ein aktueller Bezug.
  • Wer profitiert beispielsweise auch heute noch von kolonialer Ausbeutung vieler Regionen unserer Welt? Welche Verantwortung tragen wir?
  • Eine Betrachtung ist sowohl aus der Critical Whiteness (kritisch weißen), als auch aus der PoC-Perspektive (Perspektive von People of Colour) sehr spannend.

 Unsere Ziele

  • Der Initiative geht es um Lust auf und Spaß an politischer Bildungsarbeit mit regionalem Bezug. Dabei wollen wir die Wurzeln des Rassismus in den Fokus rücken und den menschlichen Gerechtigkeitssinn aktivieren.
  • Ein großes Ziel dieser Initiative ist es, das Thema Kolonialismus so aufzubereiten, dass es attraktiv für aktuelle Vermittlungspraktiken ist. Dafür gestalteten wir bereits eine APP für einen Stadtrundgang durch Rostock.
  • Wir wollen der Utopie einer diskriminierungsärmeren und vielfältigeren Gesellschaft näherkommen und einen Dialog im öffentlichen Raum. Die Umsetzung dieser Utopie in einer mehr oder weniger festen Gruppe zielt auch auf eine (weltweite) Vernetzung mit bereits bestehenden Initiativen.

Was wir machen?

  • Wir begeben uns auf die Suche nach den Spuren kolonialer Herrschaft Deutschlands, nach Spuren kolonialer Herrschaft Rostocks und wollen so einen Teil der Geschichte aufarbeiten und ihrer gedenken.
  • Hinweise auf eine koloniale Vorgeschichte von Orten, Denkmälern oder Institutionen sind nicht immer sichtbar. Wir möchten ein Bewusstsein schaffen und auf Verflechtungen der kolonialen Vergangenheit zur Gegenwart aufmerksam machen. Wie wirkte und wirkt beispielsweise der Rassismus als koloniales Denken nach?

 

The Initiative Rostock Postcolonial

Who are we? An initiative of people named „Rostock Postkolonial“ affiliated with a project of the grassroots association Soziale Bildung e.V. We are a diverse group of human beings, who see themselves as an advocacy group for the topic „Colonialism in Mecklenburg-Western Pomerania With a Focus on the City of Rostock.“ Since 2017 we researched and reconstructed contents related to postcolonialism. Furthermore we offer city tours focusing on the contents we are dealing with.

Our motivation

  • We want to be a part of an educational group leading a public discourse, especially in schools, on an important period of German history.
  • We think that colonialism shouldn’t be only a peripheral topic. The debate on this topic is often missing an actual reference.
  • Who is benefiting from continued colonial exploitation in many regions of the world just at present? What kind of responsibility do we have ourselves?
  • Reflecting upon the topic with regard to the concept of ‚critical whiteness‘ and from a People of Color perspective are both very exiting

Our objectives

  • The initiative wants to arouse your interest in educational work with regional context. We want to focus on the roots of racism and to activate the human sense of justice.
  • The main objective of our initiative is to make the topic of colonialism as attractive as possible for actual communication practices. To achieve this, we are designing and developing an application for a city tour through Rostock.
  • We want to approach a utopia of a less discriminatory and more diverse society and to open up a dialogue in public areas. The realization of this utopia, in a more or less cohesive group, requires networking with already existing initiatives worldwide.

What we do

  • We are searching for traces of the colonial rule of Germany, for traces of the impact of a colonial rule of Rostock and through that try to deal with a part of history and commemorate it at the same time
  • Evidence of the colonial background of places, memorials or institutions isn’t always visible. We want to build an awareness of the integration and linkage of colonial history and our present today. For example: How took racism effect on colonial thinking and how does it today?

coming soon: Escaperoom - ab 2020

Coming soon – Escaperoom – ab 2020

Seit 2018 wird ein neues Bildungskonzept mit dem Themenschwerpunkt Klimawandel entwickelt. Mit der Etablierung eines neuen Bildungsformates (eines Escaperooms) soll ein erlebnisorientierter Rahmen geschaffen werden, der ein anderes Lernen ermöglicht. Derzeit ist das Bildungskonzept in der spannenden Testphase mit ausgewählten Testgruppen. Termine können bereits jetzt für Frühjahr und Herbst 2020 gesichert werden.

Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE): Sonderpreis für das Entwicklungspolitische Projekt

Wir freuen uns mit und gratulieren. Die NUE (Nordeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung) ist 20 Jahre alt geworden.

Wie weitere Akteur*innen der Entwicklungspolitischen und/ oder Umweltbildung wurden auch wir zum gemeinsamen Feiern der jahrelangen Projektarbeit und Zusammenarbeit nach Wiligrad ins Schloss eingeladen.

Verschiedene Vereine und Initiativen erhielten eine Auszeichnung für ihre Arbeit.

Darunter auch wir: das Entwicklungspolitische Projekt von Soziale Bildung e.V. – mit dem Sonderpreis MV.

Wir freuen uns sehr über diese Wertschätzung und sagen Danke an alle Menschen, die mit Ihren Perspektiven, Energie und Zeit das Projekt mit den Projekttagen, Rundgängen und dem neuen Escaperoom gestalten und gestaltet haben!