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Ein Projekttag zur Auseinandersetzung mit dem rassistischen Pogrom von Rostock Lichtenhagen 1992

Hunderte rassistische Gewalttäter*innen griffen im August 1992 über mehrere Tage die Erstaufnahmestelle für Geflüchtete und eine Unterkunft für vietnamesische Vertragsarbeiter*innen im Stadtteil Lichtenhagen an. Tausende Rostocker*innen applaudierten oder sahen zu, als die Wohnungen mit Steinen, Flaschen und Brandsätzen zerstört wurden und ihre Bewohner*innen um ihr Leben fürchten mussten. Die Angegriffenen mussten sich selbst retten, Polizei und Feuerwehr schützten sie nicht.

Der Projekttag widmet sich diesem Kapitel der Rostocker Stadtgeschichte und geht den Fragen nach, wie es zum Pogrom kommen konnte und welche Auswirkungen das Ereignis bis heute hat.

Die Teilnehmenden lernen die gesellschaftliche Situation Anfang der 1990er Jahre in Ostdeutschland kennen und diskutieren die Auswirkungen der historischen Ereignisse der (Nach)-Wendezeit auf das Leben verschiedener damals in Rostock wohnender Menschen.

Sie rekonstruieren die rassistische Gewalteskalation multiperspektivisch, beschäftigen sich mit dem Verhalten und den Motiven der verschiedenen Akteur*innen  (u.a. Anwohner*innen, Polizei, staatliche Institutionen, Zivilgesellschaft, Angegriffene)  und analysieren, wie diese ihre jeweiligen Handlungsspielräume nutzten.

Die Teilnehmenden lernen die Auswirkungen und Folgen des Pogroms, insbesondere für die damals angegriffenen Menschen, kennen und setzen sich mit den nachträglichen Deutungen des Geschehens auseinander.

Die Methoden zielen sowohl darauf, das historische Ereignis zu rekonstruieren, als auch darauf, eine begründete Haltung zum Geschehen zu entwickeln und sich mit dem Konsequenzen für das eigene Handeln und Verhalten in der Gegenwart kritisch zu befassen.

Die Teilnehmenden diskutieren, welche Auswirkungen und Bedeutung das historische Ereignis für die Gegenwart und ihre Lebenswelt hat. Sie befassen sich mit der Frage, wie ein angemessener, gesellschaftlicher Umgang mit diesem Kapitel der Rostocker Stadtgeschichte aussehen könnte und welche Rolle sie selbst dabei einnehmen wollen.

Länge und Inhalt des Projekttags können individuell auf die Gruppe, ihr Vorwissen und ihre Interessen abgestimmt werden.

Zielgruppe:

Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren / Klasse 9

Zeitumfang:

mind. 6 x 45min.

Raum:

mit loser Bestuhlung

Gruppengröße:

10 bis max. 30 Teilnehmer_innen