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Projekttag – Nazimedien: Propaganda auf allen Kanälen

Einleitung – Kontextualisierung

Medien dienen als Übermittler von Informationen. Durchschnittlich nutzen wir mehrere Stunden täglich vor allem elektronische Medien. Dabei spielt der Computer und im Zuge dessen das Internet eine bedeutende Rolle. Aber auch die verschiedensten Print- und audiovisuelle Medien gehören im privaten Bereich mittlerweile zur selbstverständlichen Alltagsausstattung und haben demzufolge auch große Bedeutung für unsere Identitätsbildung und unsere Wahrnehmung, der uns umgebenden Lebenswelt. Medien sorgen für Information, Unterhaltung und Zerstreuung. Sie bringen jedoch auch eine manipulierende und gar überfordernde Wirkung mit sich.

Soziale Netzwerke wie facebook, MeinVZ werden gezielt genutzt, um den virtuellen Raum für ideologische Agitationszwecke in Anspruch zu nehmen und dabei ganz bewusst klischeehafte Erscheinungsformen zu vermeiden, sondern offen und „nett“ aufzutreten. Rechtsextreme haben ihre Präsenz im Internet verstärkt. 2010 wurden etwa 6.000 rechtsextreme Beiträge im Web-2.0 dokumentiert. Auch die rechtsextreme Angebotsstruktur im Internet hat sich verändert.

Ziele

Der Workshop hat zum Ziel die Jugendlichen für rechtsextreme Ideologie, Symbolik und Strategie in ihren alltäglichen Medien zu sensibilisieren. Durch die Verbindung praktischer Übungen und theoretischer Auseinandersetzung wird sichergestellt, dass die Teilnehmer_innen das erworbene Wissen handlungsorientiert in ihren persönlichen Alltag übertragen und einen bewussteren Umgang mit (menschenverachtenden) Medien trainieren können.

Inhaltsübersicht

Die Fähigkeit zur kritischen Nutzung von Medien wird für Kinder und Jugendliche immer mehr zur Kernkompetenz. Aus diesem Grund greifen die zugrunde liegenden Konzepte die mediale Lebenswelt von Jugendlichen auf. Ausgehend von dem Wissen und den Erfahrungen der Jugendlichen, wird mit den Teilnehmenden zusammen erarbeitet, welches menschenverachtende/rechte Gedankengut und Forderungen hinter Medien stecken und inwieweit sich klassischer und neuer Medien bedient wird,

um dieses Gedankengut zu verbreiten. ‚Rechte‘ Medien – Musik, Web 2.0, Comics, Aufkleber und Flyer – werden dahingehend untersucht, welche rassistischen, neofaschistischen Weltbilder und Forderungen sich dahinter verbergen, wie diese erkannt werden können und ihnen konstruktiv entgegnet werden kann.

Ablaufplan:
1. Stunde Organisatorisches und thematischer Einstieg

2. Stunde eigene Erfahrungen und Berührungspunkte mit (rechten) Medien

  • Medien im Wandel der Zeit – ein Quiz

3. Stunde Wirkung und Bedeutung von Medien auf Meinungsbildung

  • Lifestyle, Codes und Symbolik als Transportmittel rechtsextremer Ideologie

4. Stunde Anknüpfungspunkte für Nazis im Alltag

  • Nutzung und …

5. Stunde Analyse von Nazimedien

  • Version a) Web 2.0 und Internet
  • Version b) Print- und audiovisuelle Medien

6. Stunde Handlungsmöglichkeiten & eigenes kritisches Konsumieren von Medie

  • zusammenfassende Tagesauswertung

Methoden

Um Erfolge in der Rechtsextremismusprävention zu erzielen, ist es notwendig pädagogische Reflexionen auf der Ebene der oft unbewussten Einstellungen und Werthaltungen zu initiieren. Unsere pädagogischen Ansätze beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden  mit Alltagsbezug, interaktiven Methoden, Möglichkeiten zum Ausprobieren, Verstehen und Reflektieren umgesetzt.  Die Kombination ausgewählter Methoden (z.B. Kommunikationsvereinbarung, Gruppenarbeit, Recherchen, Standogramme, Assoziationsmethode, Quiz) fördern eine diskriminierungsfreie und bewusste Interaktion untereinander. Teamfähigkeiten werden trainiert, wie beispielsweise gleichberechtigtes Kommunikationsverhalten und beteiligungsorientierte, basisdemokratische Arbeitsansätze.

STECKBRIEF

Zielgruppe:

Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren / Klasse 9, die möglichst vorher an einem Grundlagenworkshop zum Thema „Rechtsextremismus und Rassismus“ teilgenommen haben

Zeitumfang:

mind. 6 x 45min.

Dozent_inenn:

zwei qualifizierte junge Erwachsene

Raum:

mit loser Bestuhlung

Gruppengröße:

10 bis max. 30 Teilnehmer_innen