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Das Modellprojekt „Demokratiestärkende Bildungsarbeit im ländlichen Raum“ das in der Zeit von August 2007 bis Juli 2010 durch den Träger Soziale Bildung e.V. realisiert wurde verfolgte einen Projektansatz der folgende Ebenen beinhaltete

Kooperation – Entwicklung – Bildung – Analyse – Beratung

In der ersten Projektphase wurden an 13 ausgewählten Schulen und deren Umfeld nach ersten Vorgesprächen thematische Bildungsprojekte mit Jugendlichen und Lehrer_innen durchgeführt. Darauf aufbauend untersuchten wir neben der parallel weiterlaufenden Bildungsarbeit alle Schulsozialräume zwischen Februar und Juli 2008 mittels umfangreicher Kommunalanalysen, Befragungen und Interviews. Themenschwerpunkte der Untersuchung sind u.a. Kooperationen, Kommunikation, Einstellungen, Demokratie und Partizipation an Schule, Lebensweltbezug, rechtsextremistische Erscheinungsformen sowie Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.

Nachdem im ersten Halbjahr 2008 dreizehn Schulsozialräume in vier Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns untersucht wurden, sind für alle Schulen Einzelberichte fertig gestellt worden, auf dessen Basis die Akteure vor Ort interventive und präventive demokratiestärkende Bildung diskutieren und mögliche Handlungsstrategien umsetzen können.

Die Studien wurden den Schulen als interne Arbeitspapiere einschliesslich eines zusätzlichen Bandes zu Handlungsempfehlungen demokratiestärkender Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden außerdem in allen Schulen durch das Projektteam vorgestellt und hinsichtlich der möglichen Handlungsstrategien gegen rechtsextremistischen Erscheinungsformen und für demokratiefördernder Maßnahmen rege diskutiert.

Die stetige Bedeutungszunahme rechtsextremistischer Einstellungen in Teilen der Bevölkerung und gerade unter Jugendlichen zeigt, dass Schule insgesamt stärker auf demokratiefeindliche und rechtsextremistische Phänomene reagieren muss.

Hierzu sollen die Berichte einen wirkungsvollen Beitrag leisten. Um die Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Untersuchung auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt und zugänglich zu machen, haben wir uns entschieden einzelne Berichte in anonymisierter Form auf unsere Website zu stellen. Die Anonymisierung betrifft im wesentlichen Orte, Daten, Namen von Organisationen und weitere Detailinformationen.

Insgesamt wurden 713 Schüler_innen, 124 Lehrer_innen und 273 Elternteile in quantitativer Form befragt. Zudem wurden 26 Lehrkräfte an den Schulen sowie 24 zivilgesellschaftliche Akteure interviewt.

Mittels der gezielten mit empirischen Daten fundierte, den Gegebenheiten vor Ort angepasste und prozessorientierte Vorgehensweise wurde im Anschluss an die Anlyse an drei Schulen in peripher-ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns modellhaft durch den Träger Soziale Bildung e.V. gearbeitet.

Modellprojektschulen waren:

  • Regionale Schule Satow
  • Gymnasium Malchin
  • Regionale Schule Gnoien

Es wurden gezielt schulische Sozialräume aufgesucht, die durch typische Problemkonstellationen gekennzeichnet sind. Diese Schulkontexte sind u.a. durch periphere Lage, Strukturschwäche, soziale Schieflagen, schwach entwickelten zivilgesellschaftlichen Strukturen, rechtsextremistischen Tendenzen, z.B. in Form von Dominanzerscheinungen rechtsextremer Jugendkultur, gefühlter Überforderung bzw. Planlosigkeit im Umgang mit den Problemkonstellationen gekennzeichnet.

Es ging darum, demokratische Strukturen im jeweiligen Sozialraum zu stärken, in dem Beteiligungs- und Selbstorganisationsmöglichkeiten aufgezeigt und befördert werden. Gleichzeitig wurden Sozialräume ausgewählt, in denen eine Intervention in sich etablierende oder bestehende rechtsextreme Tendenzen unter Berücksichtigung der sozialen Bedingungskontexte notwendig erscheint.

Das Modellprojekt wurde gefördert durch das Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, Ministerium für Soziales und Gesundheit im Rahmen des Programms „Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken“.

Zeitraum

Februar 2008 – Juli 2008 (Analysezeitraum)

Verwendete Methoden

Quantitative Befragung

  • Fragebogenerhebung (713 Schüler_innen, 124 Lehrer_innen und 273 Elternteile)

Qualitative Befragung

  • Leitfadengestützte Interviews (26 Lehrkräfte, 24 zivilgesellschaftliche Akteure

Auswertungen

  • Anhand von Ergebnissworkshops und Berichten für alle 13 Schulen / Orte
  • Erstellung umfassender Handlungsempfehlungen