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Das Modellprojekt Hortdialoge & Beteiligung lädt alle interessierten pädagogischen Fachkräfte zu
einem praxisorientierten Fachtag ein. Im Fokus werden armutssensibles Handeln, die Reflexion
eigener Haltungen und praktische Methoden zum Thematisieren von Armut und sozialer
Ungleichheit mit Kindern stehen.


Ausgangspunkt des Fachtages ist Armut. Diese wird im Kontext als ein Gewaltverhältnis
verstanden, bei dem betroffene Kinder den Ausschluss von Beteiligungsmöglichkeiten gegenüber
einem als normal geltenden Lebensstandard erfahren und diesen verinnerlichen. „Die Kinder
erleben nicht nur die Folgen davon, dass Ressourcen in Abhängigkeit vom sozioökonomischen
Status ungleich verteilt sind, sondern nehmen zudem auch die wertebehafteten Haltungen,
Überzeugungen und Vorstellungen über sich selbst und andere auf, bezogen darauf, wo und wie
man lebt, was man besitzt oder nicht besitzt, wie man reist, welche Kleidung man trägt usw.“
(Louise Derman Sparks & Julien Olsen Edwards, 2010)


Wir werden uns außerdem damit beschäftigten, was es für uns als pädagogische Fachkräfte
bedeutet, wenn finanzielle Armut als Differenzlinie wirkt und somit Ausgrenzung und Abwertung
auf kultureller, politischer, institutioneller und individueller Ebene zur Folge hat. Dabei werden
bereits vorhandene praktische pädagogische Ansätze und Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern
vorgestellt und diskutiert.


In dieser Präsenzveranstaltung möchten wir inhaltlichen Impulsen für den professionellen Alltag,
der Reflexion eigener Prägungen und dem Kennenlernen und Ausprobieren praktischer
Methoden Raum geben.

Tagesablauf


9:30 Ankommen und Check in der Teilnehmenden
10:00 Einstieg & Begrüßung
10:20 Input: „(K)eine Chance von Anfang an?! Kinderarmut in Deutschland“ von Nora Jehles
11:10 Reflexion und Austausch zum Input

12:15 Workshop Phase 1
WS A – Pädagogische Arbeit mit armutssensiblen Material
WS B – Methoden für Angebote für die Sensibilisierung zum Thema Armut
WS C – Reflexion eigener Haltungen gegenüber armen Menschen
WS D – Praktisches armutssensibles Handeln in meiner Einrichtung


14:20 Workshop Phase 2
WS A – Pädagogische Arbeit mit armutssensiblen Material
WS B – Methoden für Angebote für die Sensibilisierung zum Thema Armut
WS C – Reflexion eigener Haltungen gegenüber armen Menschen
WS D – Praktisches armutssensibles Handeln in meiner Einrichtung


15:20 Austausch zu den WS und den Inhalten im World Café
16:30 Abschluss und Verabschiedung
16.45 Ende

Programm

Input:
„(K)eine Chance von Anfang an?! Kinderarmut in Deutschland“
Referentin: Nora Jehles M. A. (Technische Universität Dortmund)


Nora Jehles studierte von 2007 bis 2013 Sozialwissenschaften mit dem Fokus auf Stadt- und Regionalentwicklung an der Ruhr-Universität Bochum. Im Anschluss untersuchte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) in der Begleitforschung zum NRW-Landesprogramm „Kein Kind zurücklassen“ mit kommunalen Prozessdaten (vor allem der Schuleingangsuntersuchung) die Auswirkungen von Armut auf die Entwicklung von Kindern und kommunale Ansatzpunkte der Armutsfolgenprävention. Danach
war sie beim Forschungsverbund des DJI und der TU Dortmund in der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik tätig. Sie promoviert zu institutioneller Segregation im frühkindlichen Bildungssystem.


Workshops:
Die 4 angebotenen Workshops werden in den Workshop Phasen jeweils wiederholt. Das bedeutet die Teilnehmenden haben die Möglichkeit 2 von 4 Workshops zu besuchen. Die Einwahl in die WS findet vor Ort direkt vor der ersten WS Phase statt.


Workshop A – Pädagogische Arbeit mit armutssensiblen Material
Referentin: Kristina Quandt (Projektkoordination Modellprojekt Hortdialoge & Beteiligung)

Worauf müssen päd. Fachkräfte achten wenn Armut und soziale Ungleichheit thematisiert werden. Ausgangspunkt stellt das Bildungskonzept für die angebotsorientierte Arbeit mit Kindern zum Thema Armut/Klassismus vom Modellprojekt Hortdialoge & Beteiligung dar. So erhalten alle TN des WS einen Einblick in eine zielgerichtete päd. Arbeit rund um den Themenkomplex Armut. Die TN lernen weiterhin versch. Materialien kennen, die für die Thematisierung verwendet werden können. Außerdem werden zentrale Aspekte einer vorurteilsbewussten Haltung im Umgang mit den Kindern vermittelt. Ziel ist des WS ist es zudem existierende Hürden gegenüber einer päd. Arbeit zu diesem Thema abzubauen. Wie können pädagogische Fachkräfte Kinder darin unterstützen, Vorurteile gegenüber Menschen, die in Armut leben, abzubauen, Wertschätzung für Vielfalt zu fördern und Ausgrenzung zu widerstehen?

Workshop B – Methoden für Angebote mit Kindern für die Sensibilisierung zum Thema Armut
Referentin: Luca Dessombes (wiss. Mitarbeiterin im Modellprojekt Hortdialoge & Beteiligung)

In diesem WS werden ausgehend von dem Bildungsbaustein zum Thema Armut/Klassismus des Modellprojektes Hortdialoge Methoden vorgestellt und ausprobiert, mit dem Ziel die TN zu ermutigen diese in ihrer Arbeit anzuwenden. Dazu werden wir explizit Methoden zum Thema Care Arbeit, Stationen zu Armut vermittelt. Die TN lernen bestimmte Methoden aktiv kennen und erhalten außerdem eine praxisbezogene Anleitung und relevantes Handlungswissen.


Workshop C – Reflexion eigener Haltungen gegenüber armen Menschen)

Referentinnen: Lisa Goldschmidt, Franziska Martens und Elisabeth Walter vom Modellprojekt MutiG – Miteinander und tolerant in Grundschule)


Was haben Armutserscheinungen von Kindern und deren Familien mit mir als pädagogische Fachkraft zu tun? Armut ist sehr schambesetzt und gilt immer noch in weiten Teilen der Gesellschaft als selbst verschuldet und veränderbar, obwohl Studien gegenteilige Fakten belegen. Wir möchten mit den Workshop-Teilnehmenden die eigene Haltung beleuchten und die Teilnehmenden für klassistische Mechanismen sensibilisieren. Gemeinsam werden Ideen für
Handlungsgmöglichkeiten in der eigenen pädagogische Praxis entwickelt.

Workshop D – Praktisches armutssensibles Handeln in meiner Einrichtung
Referent: Thomas Krieger (Projektkoordination Modellprojekt Hortdialoge & Beteiligung)


In Deutschland leiden arme Kinder unter der Einschränkung von Beteiligungsmöglichkeiten, sie fühlen sich nicht wertgeschätzt, ernst genommen, fühlen sich ungerecht behandelt und verfügen über weniger positive Erwartungen an ihre Zukunft. Somit kann sich Armut als Folge sozialer Benachteiligung reproduzieren. Des Weiteren gilt es, einen kritischen Blick auf Strukturen und Aktivitäten dahingehend zu richten, ob Kinder aufgrund ihrer sozioökonomischen Situation (ungewollt) ausgegrenzt werden. Welche Barrieren gibt es und wie können sie abgebaut werden.


Soziale Bildung e.V.
Doberaner Str. 21
18057 Rostock

Anmeldung & Fragen

modellprojekt@soziale-bildung.org // 0381/ 8739 6719