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ART CAMP 2018 – HISTORY PRESENT FUTURE – discovering effects of colonialism

Kurzbeschreibung zum Projekt:

Über 60 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren mit dem Lebensmittelpunkt in Frankreich, Spanien, Italien, Polen und Deutschland fanden sich in Lärz auf dem Gelände des Kulturkosmos Müritz e.V. in der Zeit vom 06.08. – 16.08.2018 zusammen. Hierbei wurde ein gesellschaftspolitisches Thema mit kultureller Bildung und entsprechenden Ausdrucksformen verknüpft.

Es stand die Frage im Mittelpunkt, inwieweit die Kolonialgeschichte Auswirkungen auf den globalen Norden – europäischer Kontinent – und den globalen Süden in Gegenwart und Zukunft hat. Vor diesem Hintergrund ging es um eine Schärfung des Blicks der Teilnehmer*innen auf aktuelle Reproduktionen von Ungleichheit in europäischen Gesellschaften. Ziel war es, Elemente eines Bewusstseins für globale Zusammenhänge zu schaffen und die Teilnehmer*innen ein Stück weit zu befähigen, komplexe globale Zusammenhänge besser zu verstehen.

Die thematische Auseinandersetzung wurde mit vielfältigen Methoden der non-formalen Bildung umgesetzt. Neben der inhaltlichen Bearbeitung des Themas wurde in theater-, medien-, musik- und kunstpädagogischen Workshops im Rahmen einer gemeinschaftlich kreativen Auseinandersetzung eine Theaterperformance zum Thema erarbeitet.

In dem Zusammenhang wurden kulturelle Ausdrucksformen von Jugendlichen gestärkt. Durch die intensive Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Theaterstück mit unterschiedlichen kulturellen Praktiken ergaben sich vielfaltige Formen des non-formalen Lernens und Möglichkeiten des Austauschs.

Darüber hinaus wurden viele Freizeitaktivitäten angeboten, die die thematische und kreative

Auseinandersetzung umrahmten. Das Ergebnis der Workshops wurde am Ende der Begegnung vor Jugendlichen, Eltern und interessierten Menschen aus der Region präsentiert.

Das Projekt im Jahr 2018 war die nunmehr 7. internationale Jugendbegegnung unter dem Titel ART CAMP, in dem kulturelle und politische Bildung eng miteinander verbunden wurden.

Ziele des Projektes:

In Absprache mit den Projektpartnern wurde sich auf das Thema Kolonialismus vor dem Hintergrund einer auf Menschenrechten basierenden Gesellschaft verständigt. Ziel war es, sich in dem Kontext sowohl mit der Geschichte, der Aktualität und der Zukunft der europäischen Gesellschaft auseinanderzusetzen, wobei die teilweise sehr unterschiedlichen, aber auch parallelen länderspezifischen Aspekte im Projekt Berücksichtigung fanden. Den Partner*innen war es dabei wichtig, gesellschaftspolitische Fragen mit Lebensweltbezug gemeinsam mit Jugendlichen vor dem Hintergrund ihres alltäglichen Lebens zu thematisieren. In dem Themenrahmen wurden vielfältige Ziele verfolgt. Vor dem Hintergrund der guten Erfahrungen in der Verknüpfung von gesellschaftspolitischen Themen mit künstlerischen Ausdrucksformen, hatte das Projekt das Ziel Jugendliche zum Nachdenken über Gesellschaftsstruktur und globale Effekte anzuregen und gemeinsam Werte herauszuarbeiten, die Basis für das Zusammenleben in einer humanen und demokratischen Gesellschaften sind.

Ziel Demokratiebewusstsein, Menschenrechtsbildung und europäisches Bewusstsein:

Im Rahmen der Maßnahme ging es vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte, um eine Schärfung des Blicks der Teilnehmer*innen für aktuelle Reproduktionen von Ungleichheit in der Europäischen Gesellschaft, es handelt sich in dem Kontext um den Versuch, aus der Geschichte zu lernen. Es wurde sich mit Fragen auseinandergesetzt, inwieweit der Globale Norden eine privilegierte Position hat und im Verhältnis zum Globalen Süden steht und ob, und wie Kolonialismus noch Auswirkungen auf die Denk- und Gesellschaftsstrukturen der heutigen europäischen Gesellschaft hat. Dies geschah unter Einbindung der alltäglichen Erfahrungen der Teilnehmer*innen.

Die Auseinandersetzung begann mit Aspekten aus der Lebenswelt der Teilnehmer*innen, um eine Verbindung des komplexen Themas mit alltäglichen Aspekte herzustellen. Auf diese Weise sollten Elemente eines Bewusstseins für globale Zusammenhänge geschaffen werden, die die Übernahme von Verantwortung fördern und Prozesse angestoßen, die die Teilnehmer*innen befähigen, komplexe globale Zusammenhänge besser zu verstehen.

Ziele im Bereich Kreativität sowie Kultur- und Medienkompetenz:

Jenseits der thematischen Aufarbeitung in formalen und nonformalen Setting wurde das Thema durch die Jugendlichen künstlerisch bearbeitet. In dem Rahmen nahm das Projekt das Bedürfnis auf, sich künstlerisch auszudrücken und Kulturpraktiken zu erlernen. Die Jugendphase ist immanent mit kulturellen Ausdrucksformen verbunden, Kunst und Medien sind zentrale Aspekte dieser Lebensphase. Durch die vier künstlerischen Workshops (Video, Theater, Musik und bildende Kunst) wurde den Teilnehmer*innen ein breites Spektrum von Ausdrucksformen angeboten, in dem sich die Teilnehmer*innen praktisch ausprobieren, Kompetenzen ausbauen und nicht zuletzt den gemachten Erfahrungen und gewonnenen Erkenntnissen aus den thematischen Workshops Ausdruck verleihen konnten.

Ziel persönliche Entwicklung und soziale Kompetenz:

Durch die Arbeit an einem gemeinsamen Produkt (Theaterstück) wurden Kommunikationsprozesse angestoßen, die elementarer Bestandteil des Ausbaus der kommunikativen Kompetenz sind, die im Rahmen der Begegnung gestärkt werden sollen. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer*innen viele Erfahrungen im Austausch mit Menschen anderer europäischer Regionen sammeln. Durch die Jugendbegegnung wurde ein Schritt ermöglicht, ein positives Bewusstsein für unterschiedliche Lebensweisen vor dem Hintergrund des Diversity-Ansatzes herzustellen.

Ziel Vernetzung von Jugendlichen:

In den vergangenen Projekten hat sich gezeigt, dass die Konzeption nachhaltige Effekte auf die Vernetzung der Jugendlichen im europäischen Raum hat. Dies wurde auch mit dem aktuellen Projekt erreicht.

Ziel Ausbau von Fremdsprachenkompetenz:

Durch Sprachmethoden sowie das gemeinsame Arbeiten an einem Produkt (Theaterpräsentation) wurden Fremdsprachkompetenzen ausgebaut und in der praktischen Tätigkeit wurden Sprachbarrieren abgebaut. Neben der gemeinsamen Erarbeitung eines Produktes, war die gemeinschaftliche Organisation der Campabläufe dabei sehr hilfreich.

Ziel Vernetzung von Organisationen und Austausch von Methoden:
Neben dem Kompetenzausbau auf Teilnehmer*innenebene werden auch Wirkungen auf Organisationsebene und der Ebene der Pädagog*innen und Gruppenleiter*innen durch die gemeinsame Zusammenarbeit und den Austausch angestrebt und verwirklicht.

Projektwebseite/Dokumentation

artcamp2018.soziale-bildung.org