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Fortbildung: Pädagogischer Umgang mit Rechtsextremismus in M-V

Einleitung / Kontextualisierung

Pädagog*innen sind in ihrem Alltag ständig damit beschäftigt, den Umgang unter Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen zu regulieren. Sie müssen vermitteln, schlichten, beraten, moderieren, eingreifen etc.. Verbale oder auch nonverbale Umgangsformen als auch Meinungsäußerungen unter Jugendlichen sind häufig durch Diskriminierung und Rassismus geprägt. Diese Verhaltensweisen führen immer wieder zu Konflikten und münden in Gewalt gegen „Andere“. Wenn Pädagog*innen damit konfrontiert werden – das haben unsere bisherigen Erfahrungen gezeigt – sind sie mit ihren Entgegnungsstrategien oft auf sich gestellt und haben wenig externe Austauschmöglichkeiten. Dies führt zu Unsicherheiten bezüglich der eigenen Handlungsmöglichkeiten. Geeignete pädagogische Auseinandersetzungs- und Entgegnungstrategien  können so oftmals nicht umgesetzt werden, wodurch das demokratische Miteinander weiter gefährdet wird.

Ziele

Als Ergebnis der Fortbildungen streben wir an, die Teilnehmer*innen zu befähigen, rassistischen und anderen menschenfeindlichen Erscheinungsformen sicherer entgegen zu treten. Wir möchten sie mit dieser Fortbildung unterstützen, in eine zielorientierte Auseinandersetzung mit (alltags-)rassistischen Erscheinungsformen zu gehen, positive, demokratische Impulse zu setzen und vorurteilsfördernde Missverständnisse auf ihre Systematik und Entstehungsmechanismen hin zu beleuchten.
Die Fortbildungen können hohe Synergieeffekte auf das gesamte Umfeld erzielen, wenn in den entsprechenden Schulen und Einrichtungen auch Jugendbildungsprojekte zur Thematik umgesetzt werden.

Inhaltsübersicht

Die Erscheinungsformen des Rechtsextremismus orientieren sich verstärkt am Mainstream und an populären Jugendkulturen. Aus diesem Grund wird die Bedeutung von Lifestyle, Dresscodes, sozialen Medien und Musik thematisiert und aufgezeigt auf welchen (medialen) Wegen diese menschenverachtende Ideologie transportiert wird.

In der weiteren inhaltlichen Auseinandersetzung werden die Ideologieelemente des Rechtsextremismus und Neofaschismus und deren Formierung zu einem geschlossenen Weltbild behandelt. Diese menschenverachtenden Einstellungen führen zu Diskriminierung und Gewalt. Sie werden aber immer noch als gesellschaftliches Randphänomen wahrgenommen. Die Bedeutung und Verbreitung von Elementen der Ideologie wird ebenso wie deren Verbindungen in die Mitte der Gesellschaft oftmals unterschätzt. Sie sind aber die Anknüpfungspunkte, die den Erfolg rechtspopulistischer Bewegungen erklären.

Was aber die sind die Strukturen hinter dieser Ideologie? Wie arbeiten sie und welche Ziele verfolgen diese Organisationen?  Die Merkmale und Besonderheiten extrem rechter Strukturen und Erscheinungsformen unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen und lokaler Gegebenheiten werden gemeinsam herausgearbeitet. Hierbei wird auch die Bedeutung extrem rechter Strukturen für die gesellschaftliche Situation und Entwicklungsprozesse diskutiert.

Im anschließenden Modul werden Möglichkeiten und Grenzen im eigenen und gemeinsamen Handeln in den Fokus gerückt, um die Handlungsfähigkeit unter den Teilnehmer*innen zu stärken. Je nach Bedarf können:

  • die argumentative Auseinandersetzung im Umgang mit rassistischen oder rechtspopulistischen Parolen,
  • Konfliktlösungen nach rassistischen Vorfällen,
  • Umgangsstrategien mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen,
  • Möglichkeiten des Empowerments für Jugendliche, die von Rassismus betroffen sind oder
  • zivilgesellschaftliche und couragierte Handlungsstrategien an Schule und in der Jugendarbeit

erarbeitet und ggf. trainiert werden.

Methoden

Die Fortbildung zu extrem rechten Strukturen und Erscheinungsformen in Mecklenburg-Vorpommern von Soziale Bildung e.V. ist als modulares Seminar mit Referats- und Diskussionsbestandteilen für Lehrkräfte an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie pädagogische Angestellte in der Jugendarbeit konzipiert. Interaktionsorientierte Methoden ermöglichen einen diskursiven Seminarverlauf und Reflexionsebenen für die Teilnehmenden. Das Projektkonzept und die inhaltlichen Schwerpunkte werden im Vorfeld besprochen, so dass die Fortbildung den jeweiligen Erfordernissen und Bedürfnissen angepasst wird.