PolDo – der politische Donnerstag
In diesem langjährig bestehendem Veranstaltungsformat greifen wir aktuelle gesellschaftliche Themen mit lokalem Bezug auf.
- (fast) jeden dritten Donnerstag im Monat
- (meistens) ab 19:00 Uhr
- (überwiegend) im PWH
Die aktuellen PolDo Themen findet ihr in der Veranstaltungsübersicht des Peter-Weiss-Hauses.
Wir möchten mit dem PolDo eine Plattform für Menschen und Initiativen schaffen, ihre Themen in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Daher sind Vorschläge bei uns immer willkommen. Meldet euch bei uns, wenn euch ein Thema bewegt und ihr einen Nachmittag oder Abend zu dem Thema füllen möchtet.
Die Gestaltung der Veranstaltungen orientiert sich am Popular-Education-Ansatz. Dabei werden die Wissensressourcen der Teilnehmenden aktiviert und der gegenseitige kommunikative Austausch gefördert. Die feste Struktur der Veranstaltungsreihe und dessen spezifischer Charakter versteht sich als ein Form von soziokultureller Stadtteilarbeit, die geeignet ist, gesellschaftspolitische Entwicklungen aufzugreifen und die politische Handlungsfähigkeit im Gemeinwesen zu steigern.

26.02. 19 Uhr
Wege aus der Krise – Die falsche Wirtschaftspolitik der Regierung Merz
Immer mehr Menschen erleben, dass das Leben teurer wird, während Löhne stagnieren und soziale Sicherheiten bröckeln. Steigende Mieten, hohe Energiepreise und wachsende Unsicherheit prägen den Alltag, während Unternehmen mit Auftragsrückgängen und Insolvenzen kämpfen. Gleichzeitig nehmen internationale Konflikte und die Folgen der Klimakrise zu und das mit massiven sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
Diese Entwicklung ist kein Naturereignis, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Obwohl Deutschland eines der reichsten Länder der Welt ist, setzt die Bundesregierung weiterhin auf eine Wirtschaftspolitik, die öffentliche Investitionen begrenzt, soziale Ungleichheit vertieft und notwendige Zukunftspolitik ausbremst. Statt gezielt in Infrastruktur, Klimaschutz und soziale Sicherheit und Gesundheitsversorgung zu investieren, profitieren vor allem Vermögende, während breite Teile der Bevölkerung die Kosten der Krise tragen.
In der Veranstaltung schauen wir auf die aktuelle wirtschaftliche Lage und ordnen sie in internationale Zusammenhänge ein. Wir werden dann die bisherige Wirtschaftspolitik der Regierung Merz bewerten und Wege aus der Krise vorschlagen: Welche wirtschaftspolitischen Spielräume gibt es? Wie könnte eine Politik aussehen, die soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und ökologischen Umbau miteinander verbindet?
26.03. 19 Uhr
Antisemitismus als Empowerment – Doomscrolling, Heldentum und die Wiedergeburt der Gemeinschaft
Antisemitische Exzesse werden oft dadurch erklärt, dass der Einzelne seine Verantwortung an das Kollektiv abgeben kann. Doch über antisemitische Praxis, verstanden als ein gefühlter Kampf Davids gegen Goliath, bringt sich der/die Einzelne auch als politisches Subjekt hervor. Oder genauer: Als Märtyrer oder Heldin.
Der Vortrag wird sich mit der Funktion des Antisemitismus für das Subjekt befassen und der Frage nachgehen, was den antisemitischen Zugriff auf die Welt und die antisemitische Zurichtung des Selbst so attraktiv macht.
30.04. 19 Uhr
NORMAL – Eine Besichtigung des Wahns
Ein Abend gegen Irrationalismus und instrumentelle Vernunft
mit Thomas Ebermann & Thorsten Mense & Flo Thamer
Normal ist, wer gesund ist und arbeiten kann. Der Weg von Selbstoptimierung zu Eugenik ist kürzer als das Laufband im Fitnessstudio: instrumentell-vernünftig und mörderisch-wahnhaft zugleich. Und alle feiern den normalen Menschen, den schlichten, hart arbeitenden, der von Intellektuellen, Lifestyle-Linken und Eliten verraten wurde – was bloß dem zynischen Zweck dient, die gesellschaftliche Stellung der Subalternen zu verewigen. Überhaupt ist die Normalität, die in jeder Krise als rasch Wiederherzustellende versprochen wird, eine trostlose Hoffnung. Denn der Normalzustand, »dass es so weitergeht«, ist die eigentliche Katastrophe.
Weitere Informationen: https://www.vernunftwahn.de