Freiheit auf den Rängen?! Projektwochenrückblick

Freiheit auf den Rängen?!

Ost- und westdeutsche Fußballfans und der gesellschaftliche Wandel

„Mit der Gesellschaft ändert sich ja im Prinzip alles.“

Das erste DDR-Oberligaspiel, der Bau des Ostseestadions, der Umzug des SC Empor nach Rostock, das Sparwasser-Tor, die Flucht von Falko Götz und Dirk Schlegel vom BFC Dynamo in die Bundesrepublik: Viele Momente der Fußballgeschichte lassen sich ohne die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit kaum verstehen. Politik prägt die Fußballkultur auf vielfältige Weise. Sven, unser Zeitzeuge im Projekt, hat es treffend auf den Punkt gebracht: „Mit der Gesellschaft ändert sich ja im Prinzip alles.“

Worum es geht

Das Projekt „Freiheit auf den Rängen?!“ eröffnet Jugendlichen einen historisch-politischen Zugang zu gesellschaftlichem Wandel, und zwar über Fußball-Fankulturen in Ost- und Westdeutschland. In Workshops, Zeitzeug*innen-Interviews und auf einer digitalen Lernplattform beschäftigen sich junge Menschen mit Fanszenen der 1960er bis 1990er Jahre. Sie erforschen, wie Jugendkultur, Protest und Selbstbestimmung unter unterschiedlichen politischen Bedingungen gelebt wurden. Im Vergleich ost- und westdeutscher Perspektiven werden Fragen nach Freiheit, Demokratie und Verantwortung greifbar. Die Jugendlichen dokumentieren und gestalten die Inhalte selbst mit und stärken dabei ihre historische Urteilskraft, ihre Medienkompetenz und ihr demokratisches Bewusstsein.

Die Projektwoche an der Borwinschule

Wie hängen die großen Ereignisse der DDR-Geschichte mit dem Fandasein zusammen? Wie war es, in der DDR Fan zu sein, und welche Herausforderungen gab es? Wie hat sich die Fankultur über die Jahre entwickelt? Mit diesen Fragen haben sich elf Jugendliche der Borwinschule fünf Tage lang intensiv auseinandergesetzt.

Zum Auftakt nahmen wir uns das etwas sperrige Wort „Jugendkultur“ vor und schauten genauer hin, was eigentlich dahintersteckt. Anhand eines Zeitstrahls tauchten wir anschließend tief in die Geschichte der DDR und ihres Fußballs ein und fragten, wie sich Jugendkultur in einer Diktatur überhaupt entwickeln konnte.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das Zeitzeugeninterview. Eine Redaktionsgruppe feilte an den Fragen, während das Studio eingerichtet wurde. Mit Unterstützung des Teams von Mediatop lernten die Jugendlichen Kamera, Regie, Schnitt und vieles mehr. Dann wurden die Abläufe geprobt, bis alles saß.

Am Mittwochvormittag war es so weit: Wir durften Sven begrüßen, der sich dankenswerterweise den Fragen der Jugendlichen stellte. Über 45 Minuten war es hochkonzentriert und mucksmäuschenstill im Fernsehstudio. Alle waren voll bei ihrer Aufgabe: Bild, Ton, Licht, die richtigen Kameraeinstellungen und natürlich die Moderation mit ihren vielen Fragen. „Oh Mensch, das sind aber gute Fragen, die du mir hier stellst“, stellte Sven gleich mehrfach fest. Entstanden ist ein spannendes Interview, das lebendige Eindrücke aus dieser Zeit vermittelt. Danach ging es mit dem Mikrofon hinaus auf die Straße zu Passant*innen-Interviews.

Am Donnerstag wurde geschnitten, gemalt und an Pinnwänden gearbeitet, um die Ergebnisse anschaulich aufzubereiten. Am Freitag präsentierten die Jugendlichen ihre Arbeiten schließlich in der Schule.

Danke!

Mediatop war ein großartiger Ort für dieses Projekt. Ein besonderer Dank gilt Sven, der den Jugendlichen als Zeitzeuge Rede und Antwort gestanden hat. Wir blicken auf eine schöne Woche mit vielen tollen Ergebnissen zurück.

Aber schaut selbst!

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