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Veranstaltungen im Bereich politische Bildung & Fortbildungen

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Regie: Wregas Bhanuteja
2026 Indonesien / Singapur / Philippinen / Frankreich / Taiwan / Thailand / Südkorea 119 min OmeU

In dem Dorf Latas, unweit Jakartas, soll bald ein wichtiges schamanisches „Spirit Possession“-Fest stattfinden. Beim intensiven Zusammenspiel von Musik und Tanz rufen die Beteiligten in Trance die Geister der Gemeinschaft an, die dann von ihnen Besitz ergreifen. Doch nicht jede*r kann diesen Zugang schaffen, das muss gelernt und gut trainiert werden. In der Schule von Guru Asri (Anggun) treffen sich Bayu (Angga Yunanda) und Laksmi (Maudy Ayunda). Sie üben eifrig zusammen und mit den anderen – er mit seiner Flöte und sie mit ihrem ganzen Körper – um das Channeling der Tier-Geister zu perfektionieren. Auch außerhalb der Ausbildungsübungen beginnen die beiden, sich besser kennenzulernen und wertschätzen die entstehende Nähe.

Ein Großunternehmen hat es auf die Grundstücke der Dorfbewohner*innen und vor allem auf ihre Wasserquelle abgesehen, dem Dorf droht die Räumung. Bayu will unbedingt den finalen Wettbewerb gewinnen, um Quelle und Dorf zu retten. Doch er muss lernen, dass Fleiß und Ehrgeiz allein nicht reichen – und dass es der falsche Weg ist, allein zu handeln.

PARA PERASUK, was übertragen in etwa „die Besessenen“ bedeutet, entstand nach einem Drehbuch des Regisseurs Wregas Bhanuteja, das er gemeinsam mit Defi Mahendra und Alicia Angelina entwickelte. Der Spielfilm feierte seine Weltpremiere beim renommierten Sundance Film Festival im Januar 2026, wo er in der Sektion World Cinema Dramatic Competition ins Rennen ging. Bald darauf wurde er auch in Indonesien gezeigt.

Der Film lässt sich kaum einem Genre zuordnen: Er mischt Komödie, Drama, Coming-of-Age und Elemente des Body-Horrors. Es ist ein Film über Familie, Freundschaft, erste Liebe, Zugehörigkeit, soziale und existenzielle Unsicherheiten und Ängste. Gleichzeitig wird ein selten intensiver Blick in die Welt von Trance-Ritualen ermöglicht, der einem großen Teil des europäischen Publikums weitgehend unbekannt sein dürfte. Auch wird deutlich, dass diese multisensorischen Erlebnisse den Beteiligten nicht nur individuelle Befriedigung bringen (sollen), sondern ebenso gemeinschaftliche und heilende Aspekte umfassen. Der Film dämonisiert die Besessenheit nicht, die durch Musik und Bewegung ausgelöst wird. Er zeigt sie als selbstverständliche Antwort auf menschliche Bedürfnisse und bringt ihren ekstatischen Charakter unmittelbar auf die Leinwand.

Der indonesische Regisseur Wregas Bhanuteja führt die Zuschauenden so auf eine ganz einzigartige Weise an Schwellenthemen wie Moderne/Tradition, Dorfgemeinschaft/Kapitalgesellschaften, Stadt/Land, Verwurzelung/Entwurzelung, Meditation/Ekstase heran und gewährt einen Einblick in die zeitgenössischen Herausforderungen der Moderne im indonesischen Kontext, vor allem die Folgen der Privatisierung natürlicher Lebensgrundlagen, die Fragen nach religiösen und kulturellen Zugehörigkeiten, sowie Fragen der Gemeinschaften nach einem würdevollen Leben für alle Generationen.

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