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Modellprojekt „We come together

– Regionales Handeln für Demokratie, Diversität und Partizipation“

Extrem rechte Aktivitäten haben in einigen, v.a. peripher gelegenen Regionen des Landes zu einer ernsthaften Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt der Zivilgesellschaft und demokratischer Verhältnisse vor Ort geführt. Seit 2013 kommt es erneut und gerade in ländlichen Regionen zu einem verstärkten Agieren neonazistischer Gruppen sowie der NPD gegen Flüchtlingsunterkünfte und den verstärkten Zuzug asylsuchender Menschen. Wie schon Anfang der 1990er Jahre wird versucht eine neofaschistisch beeinflusste Instrumentalisierung der ansässigen Bevölkerung zu erreichen, was in Teilen gelingt und sich in rechtspopulistischen Erfolgen, wie den „Pegida-Protesten“ niederschlägt.
Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie Abwertung von Asylbewerber_innen, Islamophobie, Antiziganismus, Rassismus, Etabliertenvorrechte sind auch außerhalb des organisierten Rechtsextremismus  in allen Bevölkerungsschichten weit verbreitet und stellen Andockmöglichkeiten für extrem rechte Deutungsmuster dar. Diesen Einstellungen wollen wir mit dem Modellprojekt „We come together: Regionales Handeln für Demokratie, Diversität und Partizipation“ entgegenwirken.

Unsere Ziele

Das Modellprojekt hat zum Ziel ab dem 01. Februar 2015 über 5 Jahre ( bis 2019) in strukturschwachen, ländlichen Regionen nachhaltige und demokratiefördernde Bildungsprozesse umzusetzen, die an Interessen und Lebenswelten von Jugendlichen und Erwachsenen ansetzt und prozessorientiert Reflexionen eigener Einstellungen in den Fokus nimmt.  Mit antirassistischen und interkulturellen Aktivitäten sowie einem gezielten gegenseitigen Austausch werden die Projektbeteiligten für die alltäglichen Dimensionen und praktischen Entgegnungsformen von menschen- und demokratiefeindlichen Einstellungen sensibilisiert und weiterführend für alltagspraktische demokratische Impulse aktiviert. Es werden empathische Zugänge für individuelle Lebenssituationen, Bedürfnisse und kollektive Ereignisse geschaffen.
Das Projekt soll in Regionen durchgeführt werden, in denen dezentrale Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende bestehen. Gleichzeitig sind dabei Regionen in den Fokus gerückt, wo die rechtsextremistische Szene / Struktur einen vglw. hohen Stellenwert innehat und es in der jüngsten Vergangenheit vermehrt zu Vorkommnissen gegen Asylsuchende gekommen ist.
Unsere Projektorte sind Friedland, Anklam, Stralsund, Güstrow und Bützow.

Unsere Zielgruppe

Wir werden mit 14- bis 18-jährigen Jugendliche arbeiten, die einerseits aus der Region kommen und z.T. Benachteiligungserfahrungen haben, andererseits werden verstärkt Jugendliche mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund in das Projekt integriert. Der Projektansatz bezieht darüber hinaus weitere Jugendliche aus der Region, Pädagog_innen und zivilgesellschaftliche Akteur_innen aktiv mit ein.

Im Modellprojekt werden folgende Arbeitsfelder umgesetzt:
Bedarfsanalyse
Ausgehend von Situations- und Bedarfsanalysen werden kurz- und langzeitpädagogische Bildungskonzepte entwickelt, die sich an der Lebenswelt der Jugendlichen und den sozialraumspezifischen Erfordernissen orientieren.

Thematische Schwerpunkte
Neben der thematischen Auseinandersetzung mit Dimensionen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und der Thematik Migration und Flucht werden biographische und demokratiepädagogische Ansätze zur Kompetenz- und Partizipationsstärkung genutzt, um Strategien der demokratischen Aktivierung umzusetzen.

Jugendbildung 
Über jeweils 1 Jahr werden Jugendliche auf freiwilliger Basis in Kursen für die Themen Migration, Asyl sowie Erscheinungsformen und Auswirkungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sensibilisiert und dazu befähigt eigene kreative und öffentlichkeitswirksame Projekte zu entwickeln und umzusetzen, so dass ihre Wünsche für das gesellschaftliche Zusammenleben vor Ort sichtbar gemacht werden. Mittelfristig werden sie durch Trainings in die Lage versetzt, Themen und Methoden aus den Bereichen Diversity-Learning und Antidiskriminierungsarbeit anzuwenden und an andere Jugendliche weiterzugeben. Mit jedem Schuljahr beginnt ein neuer Kurs, der an die Vorerfahrungen anknüpft und immer stärker in den Sozialraum wirken kann. Flankierend werden in den jeweiligen Modellregionen laufend bedarfsorientierte Workshops mit 14- bis 18-jährigen Jugendlichen in anderen Schulen u. Jugendeinrichtungen durchgeführt, so dass eine höhere Breitenwirkung und synergetische Verbindungen zu den laufenden Projektkursen hergestellt werden können.

Weiterbildungen – Beratungen – Austausch
Mit Akteur_innen aus Schulen, Freizeiteinrichtungen, Bündnissen, Vereinen, Kommunalpolitik werden Kommunikationsseminare und antirassistische Trainings  durchgeführt, um für eigene Handlungsweisen zu sensibilisieren und als langfristiges Ziel Pädagog_innen und Akteur_innen zu befähigen, die Themen mit Jugendlichen zu bearbeiten. Dabei sollen Beratungsangebote und Impulse unterstützend mit einfließen. Sie verfolgen das Ziel eines Austausches und längerfristiger Vernetzung von Personen und Institutionen vor Ort sowie der Qualifizierung zur Zusammenarbeit mit den Jugendlichen für spätere Angebote im Ganztagsbereich oder in der Jugendarbeit – die auf der Arbeit im Modellprojekt basieren. Landesweite Fachaustausche ermöglichen einen überregionalen Austausch, Vernetzungsmöglichkeiten sowie Perspektiven auf eine langfristige Zusammenarbeit, die nach dem Projektzeitraum wirken.

 

Analyseergebnisse

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Analyseergebnisse Einleitung zu den Sozialraumprofilen Die ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns sind seit der Wiedervereinigung einer meist negativen ökonomischen und demographischen Entwicklung ausgesetzt. Parallel zu Deindustrialisierung, A...
Bildungsangebote

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Bildungsangebote im Modellprojekt Unsere Bildungsangebote richten sich in erster Linie an Jugendliche aus den Modellprojekt-Orten und den umliegenden Regionen. Seit September 2015 führen wir mit festen Gruppen regelmäßig stattfindende Projektkurse  in...
News

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In dieser Rubrik sind ein Teil unserer öffentlichen Aktivitäten und Veranstaltungen im Rahmen des Modellprojekts "We come together" aufgelistet.