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SUMMARY:NIDO DE COCODRILO (Kurzfilmblock „Wege des Erinnerns“)
DESCRIPTION:Regie: Jazmin Rojas Forero\n2024 Kolumbien / Deutschland 9 min OmdU\n\nin Anwesenheit der Regisseurin Jazmin Rojas Forero \nDie vier Kurzfilme verbinden sehr unterschiedliche filmische Formen mit Fragen nach Erinnerung\, kulturellem Wissen und dessen Weitergabe. Sie erzählen von Menschen\, Tieren und Objekten\, die aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen herausgelöst wurden oder deren Lebenswelten von den Nachwirkungen kolonialer Herrschaft bis in die Gegenwart hinein geprägt sind. Zugleich suchen die Filme nach Formen\, mit diesen Brüchen umzugehen: durch Träume und Erzählungen\, durch Erinnerungen und die Rückkehr zu kulturellen Praktiken – und indem sie danach fragen\, wem das Recht zukommt\, Geschichten und Objekte zu bewahren\, zu erzählen und mit Bedeutung zu versehen. \nNIDO DE COCODRILO von Jazmin Rojas Forero führt von Kolumbien nach Deutschland. Im Tropenhaus des Düsseldorfer Zoos berichtet eine Frau von ihrer Begegnung mit einem Krokodilpfleger. In ihren Erinnerungen an Krokodile in Kolumbien und im Gespräch des Pflegers über seine Beziehung zu den Tieren wird ein ambivalentes Verhältnis von Nähe und Distanz sichtbar: Die Tiere stellen für Besucher*innen des Zoos faszinierende Objekte der Beobachtung dar\, bleiben aber zugleich potenziell gefährlich und müssen deshalb kontrolliert und auf Abstand gehalten werden. \nDiese Distanz wird im Zoo räumlich und institutionell hergestellt: durch Gehege und Sicherheitsabstände\, durch Pflege und Kontrolle\, aber auch durch die Art\, wie die Tiere beobachtet\, beschrieben und kategorisiert werden. Darin klingt die koloniale Geschichte des Zoos an\, in der nicht nur Tiere gesammelt und ausgestellt\, sondern auch Menschen in sogenannten Völkerschauen zu Objekten des Blicks gemacht wurden. \nDer Film verschiebt diese Ordnung des Sehens: Die Krokodile werden selbst zu Blicksubjekten\, wodurch die eigene Position als Betrachtende spürbar und hinterfragbar wird. Der Zoo wird zum Zwischenraum\, in dem verschiedene Zeiten und Orte aufeinandertreffen.
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SUMMARY:TRIZAS (SHARDS) (Kurzfilmblock „Wege des Erinnerns“)
DESCRIPTION:Regie: Luciana Decker Orozco\n2026 Bolivien 15 min OmeU\n\nDie vier Kurzfilme verbinden sehr unterschiedliche filmische Formen mit Fragen nach Erinnerung\, kulturellem Wissen und dessen Weitergabe. Sie erzählen von Menschen\, Tieren und Objekten\, die aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen herausgelöst wurden oder deren Lebenswelten von den Nachwirkungen kolonialer Herrschaft bis in die Gegenwart hinein geprägt sind. Zugleich suchen die Filme nach Formen\, mit diesen Brüchen umzugehen: durch Träume und Erzählungen\, durch Erinnerungen und die Rückkehr zu kulturellen Praktiken – und indem sie danach fragen\, wem das Recht zukommt\, Geschichten und Objekte zu bewahren\, zu erzählen und mit Bedeutung zu versehen. \nTRIZAS von Luciana Decker Orozco führt nach London\, in die Sammlungen des British Museum und des Victoria and Albert Museum sowie in eine private Kunstsammlung\, wo bolivianische und lateinamerikanische Kunst fern ihrer ursprünglichen Kontexte aufbewahrt und ausgestellt wird. \nOrozco nimmt die Objekte zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte und ihren Wegen nach Europa\, wodurch Fragen nach Provenienz und Restitution in den Blick rücken. \nDer Film untersucht\, wie Museen und Sammlungen die Objekte ausstellen\, einordnen und durch ihre institutionelle Rahmung mit Bedeutung versehen. Der Titel TRIZAS – „Scherben“ – verweist dabei nicht nur auf materielle Fragmente\, sondern auch auf eine Überlieferung\, die von Brüchen und Lücken geprägt ist. Orozcos essayistische Form greift diese Struktur auf. Sie arbeitet mit extremen Nahaufnahmen und Unschärfen und entwickelt daraus eine tastende Annäherung an die Objekte.
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SUMMARY:JÜLAPÜIN YONNA (THE DREAM OF DANCE) (Kurzfilmblock „Wege des Erinnerns“)
DESCRIPTION:Regie: Luzbeidy Monterrosa Atencio\n2026 Kolumbien 18 min OmeU\n\nDie vier Kurzfilme verbinden sehr unterschiedliche filmische Formen mit Fragen nach Erinnerung\, kulturellem Wissen und dessen Weitergabe. Sie erzählen von Menschen\, Tieren und Objekten\, die aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen herausgelöst wurden oder deren Lebenswelten von den Nachwirkungen kolonialer Herrschaft bis in die Gegenwart hinein geprägt sind. Zugleich suchen die Filme nach Formen\, mit diesen Brüchen umzugehen: durch Träume und Erzählungen\, durch Erinnerungen und die Rückkehr zu kulturellen Praktiken – und indem sie danach fragen\, wem das Recht zukommt\, Geschichten und Objekte zu bewahren\, zu erzählen und mit Bedeutung zu versehen. \nIn JÜLAPÜIN YONNA von Luzbeidy Monterrosa Atencio erzählt die 15-jährige Weinshi von einem Traum\, in dem sie eine Botschaft ihrer Vorfahren empfängt: Die Erde müsse durch den heiligen Tanz Yonna geheilt werden. Auf der Suche nach der Bedeutung dieses Traums wendet sie sich an ihre Familie und andere Frauen aus ihrer Gemeinschaft. \nWissen wird hier über Generationen weitergegeben\, bleibt dabei aber nicht unverändert: Weinshi eignet es sich an und setzt es in Beziehung zu ihrer eigenen Gegenwart. Der Film verbindet diese Weitergabe kulturellen Wissens mit der ökologischen und politischen Situation der Wayuu in der kolumbianischen Region La Guajira\, deren Lebensraum unter anderem durch den Kohleabbau geprägt ist. Wie FLORESTA DO FIM DO MUNDO verbindet auch JÜLAPÜIN YONNA Traum und Gegenwart und fragt danach\, welche Bedeutung überliefertes Wissen angesichts gegenwärtiger Veränderungen gewinnen kann. Die Regisseurin Luzbeidy Monterrosa Atencio ist selbst Wayuu und verbindet ihr filmisches Arbeiten mit dem Schutz von Erinnerung und Territorium.
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SUMMARY:FILM: MEMORY OF PRINCESS MUMBI
DESCRIPTION:Regie: Damien Hauser\n2025 Schweiz / Kenia / Saudi-Arabien 79 min OmdU\n\nMEMORY OF PRINCESS MUMBI entführt uns ins Jahr 2093\, eine Zukunft\, in der Vergangenheit und Gegenwart auf ungewöhnliche Weise ineinandergreifen. Nach einem verheerenden Krieg in den 2070er Jahren ist moderne Technologie größtenteils verschwunden oder verboten. Alte Königreiche sind wieder entstanden. In der fiktiven afrikanischen Welt Umata treffen traditionelle Lebensweisen\, futuristische Vorstellungen und die Spuren einer untergegangenen Zivilisation aufeinander. \nDer junge Filmemacher Kuve reist dorthin\, um einen Dokumentarfilm über das Land\, seine Menschen und seine Geschichte zu drehen. Dort begegnet er Mumbi\, einer jungen Frau\, die davon träumt\, Schauspielerin und Filmemacherin zu werden. Zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Nähe. Mumbi wird für Kuve nicht nur zur Protagonistin seines Films\, sondern auch zu jemandem\, der seinen Blick auf das Filmemachen und die Welt verändert. \nMumbi fordert Kuve auf\, auf Künstliche Intelligenz zu verzichten. Für sie liegt die Wahrheit eines Films nicht in einer makellos konstruierten Welt\, sondern in den Menschen selbst – in ihren Geschichten\, Widersprüchen und den kleinen\, ungeplanten Momenten des Lebens. Diese Haltung steht in einem spannungsreichen Kontrast zur Arbeitsweise des Regisseurs Damien Hauser\, der KI einsetzt\, um Teile der futuristischen Welt des Films zu erschaffen. Realität und künstlich erzeugte Bilder treffen aufeinander und machen die Frage nach Authentizität\, Erinnerung und filmischer Wirklichkeit zu einem zentralen Motiv. \nMEMORY OF PRINCESS MUMBI bewegt sich bewusst zwischen den Formen und Genres: Science-Fiction verbindet sich mit Liebesgeschichte\, Dokumentarisches mit Fiktion und Afrofuturismus mit persönlicher Erinnerung. Die Grenzen zwischen Vergangenheit\, Gegenwart und Zukunft beginnen dabei zunehmend zu verschwimmen. \nIm Mittelpunkt steht jedoch eine zutiefst menschliche Geschichte. Nach Mumbis Tod versucht Kuve\, ihre Geschichte in einem Film zu bewahren. Dabei erkennt er\, dass Erinnerung nicht allein aus großen historischen Ereignissen besteht. Oft sind es die unscheinbaren Dinge\, die am längsten in Erinnerung bleiben: ein Lachen\, ein Blick\, ein Gespräch\, eine Berührung\, ein gemeinsam verbrachter Augenblick. \nSo wird MEMORY OF PRINCESS MUMBI zu einer poetischen Reflexion über Liebe\, Verlust und die Kraft des Erinnerns. Der Film stellt die Frage\, wie wir einen Menschen bewahren können\, wenn er nicht mehr da ist\, und ob Erinnerung nicht vielmehr darin besteht\, das Leben festzuhalten\, das dieser Mensch gelebt hat\, als seinen Tod. \nEine Reise in eine ferne Zukunft und zugleich eine persönliche Geschichte über das\, was bleibt. \nDamien Hauser ist ein schweizerisch-kenianischer Autor und Regisseur. Er wurde 2001 in Zürich geboren und begann bereits im Alter von sieben Jahren mit dem Filmemachen. Seine Arbeiten verbinden fiktionales Erzählen mit interkulturellen Perspektiven und unterschiedlichen Lebenswelten. MEMORY OF PRINCESS MUMBI feierte Premiere bei den Giornate degli Autori in Venedig und beim TIFF in Toronto und wurde mit dem Kritikerpreis des Zurich Film Festivals sowie einem Sonderpreis bei den Schweizer Filmpreisen ausgezeichnet.
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SUMMARY:FILM: NUESTRA TIERRA (LANDMARKS)
DESCRIPTION:Regie: Lucrecia Martel\n2025 Argentinien / USA / Mexiko 122 min OmeU\n\nStille. Planet\, Wälder\, Felder – Leben. Größer könnte der Kontrast nicht sein\, wenn von den blauen Weltraumbildern unseres Planeten über die farbenreichen Aufnahmen der grünen Berg- und Hügellandschaften der Tucumán-Provinz im Nordwesten Argentiniens in den städtischen Gerichtssaal gewechselt wird. Akten\, Papierberge\, Presse\, versteinerte und verzweifelte Gesichter. Personen werden durchsucht\, Personalien aufgenommen\, immer wieder wird der Tathergang geschildert\, später auch versucht\, im Feld – dem Tatort – nachzustellen. Zeug*innen werden vernommen und von Verteidigung und Anklage in die Mangel genommen. \nAusgangspunkt der Handlung dieses Filmes bildet die Gerichtsverhandlung um den Mord an Javier Chocobar\, einem Mitglied der Indigenen Chuschagasta-Gemeinschaft. Im Oktober 2009 wurde er beim Versuch\, das Land der Gemeinschaft vor dem Zugriff eines örtlichen Grundbesitzers und zweier ehemaliger Polizeibeamter zu schützen\, erschossen. Zwei weitere Mitglieder der Gemeinschaft wurden dabei ebenfalls verletzt. Neun Jahre lang mussten die Mitglieder der Gemeinschaft aktiv dafür kämpfen\, bis es zur Gerichtsverhandlung kam. Verhandelt wird nun der Mord\, und mit ihm auch die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Aufenthalts- und Besitzverhältnissen des Landes\, die vermeintlich juristisch geregelt sind. \nEin Film wie ein Krimi\, so immersiv\, dass man fast vergisst\, dass es sich um einen Dokumentarfilm handelt. Lucrecia Martel\, eine der prägenden Regisseurinnen des argentinischen Kinos\, bekannt für Spielfilme wie LA CIÉNAGA und ZAMA\, legt mit NUESTRA TIERRA ihren ersten langen Dokumentarfilm vor. Das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit María Alché. Das Projekt entstand über einen Zeitraum von 14 Jahren und  unter Beteiligung der Chuschagasta selbst. Angehörige der Gemeinschaft teilen Fotos\, Erinnerungen und teils sehr persönliche Lebensgeschichten\, die zu einem einzigartigen Archiv verschmelzen. \nSie erzählen von der Verwurzelung im Land und den Geschichten ihrer Eltern und Großeltern\, vom Alltag in Tucumán und den Bemühungen um ein würdevolles Leben. Ihre Geschichten handeln aber auch von Ausgrenzung und Diskriminierung\, von Scham\, Schweigen und Ohnmacht\, und davon\, für die eigene Daseinsberechtigung kämpfen zu müssen. Manche werden dabei zum ersten Mal mit ihren eigenen Wurzeln konfrontiert. \nDarüber hinaus wird der Widerspruch sichtbar zwischen dem Gleichheitsversprechen\, auf das sich der argentinische Staat seit seiner Gründung beruft\, und der Wirklichkeit vieler Menschen im Land. Deutlich wird auch der Assimilationsdruck einer Mehrheitsgesellschaft\, der Indigene Identitäten\, Sprachen und kulturelle Ausdrucksformen bis heute verdrängt. \nDem stellt der Film die Hoffnung\, Ausdauer und Hingabe einer Gemeinschaft entgegen\, die gewaltfrei um ihre Rechte kämpft. \nNUESTRA TIERRA\, was übertragen „Unsere Erde“ bedeutet\, wird so zu einer eingängigen Reflexion über Zugehörigkeit\, über den Sinn des Besitzes von Land sowie das Recht auf ein Leben darauf; über Logiken der Diskriminierung\, ebenso wie über die abwertenden Narrative über Indigene Kultur\, auf die sich die Mehrheitsgesellschaft in ihrem Selbstverständnis bis heute stützt; sowie über Kontinuitäten kolonialer Landnahme\, über ein System\, das sich selbst schützen muss\, obwohl es den Menschen in ihm dienen sollte. NUESTRA TIERRA konfrontiert mit einer Gewalt\, die nicht nur einzelnes Leben auslöscht\, sondern systematisch auch kollektive Identitäten. \nDie bildgewaltig eingefangenen Landschaften\, die unendlichen Weiten der grün bewachsenen Berghänge und Täler drängen zusätzliche Fragen auf nach der Sinnhaftigkeit von Eigentumsverhältnissen. Außerdem wird die Frage nach der (moralischen und juristischen) Rechtmäßigkeit von Landerwerb im Zuge der kolonialen Landnahme und dem Erhalt ihrer Logiken aufgeworfen\, sowie nach dem Umgang mit einem Rechtssystem\, welches selbst Produkt dieser historischen Konstellationen ist. \n2025 feierte NUESTRA TIERRA bei den Filmfestspielen von Venedig seine internationale Premiere. Beim London Film Festival des gleichen Jahres wurde er als „Bester Film“ geehrt.
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SUMMARY:VORTRAG: Folgen der Erderwärmung aus einer dekolonialen Perspektive
DESCRIPTION:Referent*in: Lucía Muriel\nModerator*in: Paulina Backs\n\nIn den vergangenen 200 Jahren\, einer extrem kurzen Epoche der Menschheitsgeschichte\, haben wir den Planeten systematisch zerstört. Ursache ist ein Wirtschaftssystem\, das von Kohle\, Öl und Gas angetrieben wird\, sowie ein Wissenssystem\, das von mechanistischen\, reduktionistischen und materialistischen Paradigmen bestimmt wird. \nDie Bedrohung der Erderwärmung wird im Süden sehr anders erlebt als im Norden. \nIm Globalen Süden befinden sich die am stärksten vergifteten Flüsse und die am massivsten gerodeten Urwälder. Dies ist unter anderem auf den intensiven Sojaanbau zurückzuführen. Der Globale Süden ist in besonderem Maße von den Folgen der ökologischen Zerstörung betroffen\, obwohl ein erheblicher Teil ihrer Ursachen im Globalen Norden liegt\, dessen Wirtschafts- und Produktionsweisen planetare Grenzen überschritten haben. \nIm Rahmen der Tage des Indigenen Films öffnet der Workshop Folgen der Erderwärmung aus einer dekolonialen Perspektive den Blick auf die Folgen der Klimakrise aus der Perspektive von Klimagerechtigkeit und dekolonialer Zusammenhänge. \nAnhand von biografischem Material von Klimaaktivist*innen aus dem Globalen Süden wird ein Austausch über das bisher zu wenig beachtete Thema Resilienz im Zusammenhang mit Klimagerechtigkeit ermöglicht. \nLucía Muriel ist Psychotherapeutin mit den Schwerpunkten Rassismus-\, Ausgrenzungs- und Migrationserfahrungen. Außerdem arbeitet sie als Supervisorin\, Prozessbegleiterin und Bildungsreferentin zu Macht- und Rassismuskritik\, kolonialen Kontinuitäten\, Migration und Klimagerechtigkeit. Sie engagiert sich in der antirassistischen und dekolonialen Bildungsarbeit\, hält Vorträge\, Workshops und publiziert zu dekolonialen Perspektiven auf Klima und psychische Gesundheit. \nDer Workshop findet in deutscher Lautsprache statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. \n\n\nAchtung! Eintritt frei
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SUMMARY:FILM: PARA PERASUK (LEVITATING)
DESCRIPTION:Regie: Wregas Bhanuteja\n2026 Indonesien / Singapur / Philippinen / Frankreich / Taiwan / Thailand / Südkorea 119 min OmeU\n\nIn dem Dorf Latas\, unweit Jakartas\, soll bald ein wichtiges schamanisches „Spirit Possession“-Fest stattfinden. Beim intensiven Zusammenspiel von Musik und Tanz rufen die Beteiligten in Trance die Geister der Gemeinschaft an\, die dann von ihnen Besitz ergreifen. Doch nicht jede*r kann diesen Zugang schaffen\, das muss gelernt und gut trainiert werden. In der Schule von Guru Asri (Anggun) treffen sich Bayu (Angga Yunanda) und Laksmi (Maudy Ayunda). Sie üben eifrig zusammen und mit den anderen – er mit seiner Flöte und sie mit ihrem ganzen Körper – um das Channeling der Tier-Geister zu perfektionieren. Auch außerhalb der Ausbildungsübungen beginnen die beiden\, sich besser kennenzulernen und wertschätzen die entstehende Nähe. \nEin Großunternehmen hat es auf die Grundstücke der Dorfbewohner*innen und vor allem auf ihre Wasserquelle abgesehen\, dem Dorf droht die Räumung. Bayu will unbedingt den finalen Wettbewerb gewinnen\, um Quelle und Dorf zu retten. Doch er muss lernen\, dass Fleiß und Ehrgeiz allein nicht reichen – und dass es der falsche Weg ist\, allein zu handeln. \nPARA PERASUK\, was übertragen in etwa „die Besessenen“ bedeutet\, entstand nach einem Drehbuch des Regisseurs Wregas Bhanuteja\, das er gemeinsam mit Defi Mahendra und Alicia Angelina entwickelte. Der Spielfilm feierte seine Weltpremiere beim renommierten Sundance Film Festival im Januar 2026\, wo er in der Sektion World Cinema Dramatic Competition ins Rennen ging. Bald darauf wurde er auch in Indonesien gezeigt. \nDer Film lässt sich kaum einem Genre zuordnen: Er mischt Komödie\, Drama\, Coming-of-Age und Elemente des Body-Horrors. Es ist ein Film über Familie\, Freundschaft\, erste Liebe\, Zugehörigkeit\, soziale und existenzielle Unsicherheiten und Ängste. Gleichzeitig wird ein selten intensiver Blick in die Welt von Trance-Ritualen ermöglicht\, der einem großen Teil des europäischen Publikums weitgehend unbekannt sein dürfte. Auch wird deutlich\, dass diese multisensorischen Erlebnisse den Beteiligten nicht nur individuelle Befriedigung bringen (sollen)\, sondern ebenso gemeinschaftliche und heilende Aspekte umfassen. Der Film dämonisiert die Besessenheit nicht\, die durch Musik und Bewegung ausgelöst wird. Er zeigt sie als selbstverständliche Antwort auf menschliche Bedürfnisse und bringt ihren ekstatischen Charakter unmittelbar auf die Leinwand. \nDer indonesische Regisseur Wregas Bhanuteja führt die Zuschauenden so auf eine ganz einzigartige Weise an Schwellenthemen wie Moderne/Tradition\, Dorfgemeinschaft/Kapitalgesellschaften\, Stadt/Land\, Verwurzelung/Entwurzelung\, Meditation/Ekstase heran und gewährt einen Einblick in die zeitgenössischen Herausforderungen der Moderne im indonesischen Kontext\, vor allem die Folgen der Privatisierung natürlicher Lebensgrundlagen\, die Fragen nach religiösen und kulturellen Zugehörigkeiten\, sowie Fragen der Gemeinschaften nach einem würdevollen Leben für alle Generationen.
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SUMMARY:FILM: MAGALHÃES (MAGELLAN)
DESCRIPTION:Regie: Lav Diaz\n2025 Philippinen / Spanien / Portugal / Frankreich / Taiwan 164 min OmeU\n\nDer erste Mensch\, der die Erde umrundete\, war nicht Ferdinand Magellan\, sondern ein Mann\, den der Seefahrer als Sklaven kaufte und Enrique nannte. Er begleitet Magellan als Dolmetscher über die Ozeane\, bis die Flotte Südostasien erreicht – die Weltregion\, aus der er einst verschleppt wurde. Damit schließt sich sein Kreis um die Erde\, lange bevor die wenigen Überlebenden der Expedition Spanien wiedersehen. Die Geschichtsbücher schreiben die Weltumrundung dem Mann zu\, der sie nie vollendete. Auch Lav Diaz‘ Film trägt den Namen des Kolonialherren – aber er dekonstruiert Einstellung für Einstellung dessen Heldenerzählung. \nSchon die erste Szene gehört nicht dem Seefahrer: Eine Frau rennt verstört durch ihr Dorf und schreit\, sie habe einen weißen Mann gesehen. Dann liegt der Strand von Malakka voller Leichen. Die Eroberung des wichtigsten Handelsknotens Südostasiens sicherte Portugal 1511 die Kontrolle über den Gewürzhandel und begründete eine Kolonialpräsenz\, die Jahrhunderte überdauern sollte. Magellan übersteht die Schlacht verwundet und kauft hier den jungen Malaien\, der fortan an seiner Seite bleibt. \nZurück in Lissabon verweigert der portugiesische König Manuel dem ehrgeizigen Navigator die Unterstützung. Also wirbt Magellan am spanischen Hof um Geld und sticht 1519 mit fünf Schiffen in See. Er will die Gewürzinseln auf dem Westweg erreichen\, indem er Südamerika umfährt\, und beweisen\, dass sie in jener Hälfte der Welt liegen\, die der Vertrag von Tordesillas der spanischen Krone zusprach. Für die Besatzung bedeutet die Expedition Elend\, Hunger und Gewalt. Nach Meutereien bleibt Magellan nur ein Bruchteil seiner Flotte. Als diese tatsächlich die Inseln rund um Cebu erreicht\, Teil der heutigen Philippinen\, beginnt die eifernde Missionierung. Sie bringt Massentaufen und die Zerstörungen der Taotaos\, Figuren\, mit denen die Bewohner*innen die Geister ihrer Ahnen und ihre beseelte Welt verehren. Der Aufstand\, der losbricht\, bedeutet das jähe Ende der Reise des Eroberers. \nRund 80 Prozent der Philippinen sind heute katholisch\, und der Santo Niño\, jene kleine Christusfigur\, die Magellan mitbrachte\, ist bis heute die wichtigste religiöse Ikone des Landes. \nSieben Jahre hat Diaz zur europäischen „Entdeckung“ der Inselwelt und zur vorerst missglückten Eroberung der heute noch nach einem spanischen König benannten Philippinen recherchiert. Die Quellen der Kolonisierer\, allen voran die Chronik des Expeditionsteilnehmers Antonio Pigafetta\, sind die einzigen schriftlichen Berichte über die Ereignisse. Diaz liest sie gegen den Strich und deutet in der Rekonstruktion der Ereignisse zentrale Figuren um. Die Überlieferung stellt Rajah Humabon\, den Herrscher von Cebu\, als Kollaborateur der Fremden dar. Bei Diaz ist er ein Stratege\, der die Lage politisch zu nutzen weiß und den Widerstand einleitet. Und Enrique\, bislang eher eine Fußnote in den Geschichtsbüchern\, wird zur stillen Hauptfigur\, deren Blick den Film rahmt. \nIn den Philippinen löste der Film eine hitzige Debatte aus\, denn Lapulapu\, der Nationalheld\, dem die Tötung Magellans zugeschrieben wird\, kommt nicht vor: Diaz stellt zur Debatte\, ob dieser nicht eine Erfindung Humabons sei. So fragt der Film\, wie die europäische Geschichtsschreibung an der Erfindung philippinischer Nationalhelden mitwirkte – und was aus solchen Mythen erwächst: Demagogen von Marcos Sr. bis Duterte\, die laut Diaz ihre Macht auch der Erzählung über sich selbst verdanken. \nVor allem aber fragt er\, wem Erinnerung gehört\, und zeigt\, wie man sie mitgestalten kann. \nDer 1958 auf Mindanao geborene Lav Diaz gilt als zentrale Figur des Slow Cinema. Seine Werke dauern oft über fünf Stunden\, viele sind schwarzweiß. Mit für ihn außergewöhnlich knappen 164 Minuten ist dieser vielleicht sein zugänglichster Film. Im 4:3-Format komponiert er Tableaus\, die an die Malerei der Renaissance erinnern. Diaz dreht jede seiner langen Einstellungen nur ein einziges Mal\, Schauspieler*innen spielen neben Laiendarsteller*innen – so werde jede Szene zu einem unwiederholbaren Ereignis\, sagt er. Mit Gael García Bernal besetzte er erstmals einen internationalen Star\, ausgerechnet als Magellan. Doch die Kamera verweigert ihm die Heldenrolle: Großaufnahmen gibt es kaum\, häufig bleibt er eine Figur in der Totale\, klein vor Landschaft und Meer.
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SUMMARY:Was los im Feed? - Modul 2
DESCRIPTION:Was los im Feed? – Radikalisierungsprävention zwischen Algorithmus und pädagogischem Anspruch – Modul 2\nHandlungsfelder\, Methoden und Erfahrungen aus der Praxis\nWelche Inhalte junge Menschen in ihren Feeds sehen\, bestimmen zu einem\ngroßen Teil Empfehlungssysteme. Menschenverachtende Aussagen und\nextrem rechte Narrative erreichen Jugendliche deshalb nicht nur über\neinschlägige Kanäle\, sondern beim ganz normalen Scrollen. Was\nbedeutet das für eine pädagogische Arbeit\, die Jugendliche ernst\nnehmen und begleiten will? Wie lassen sich extrem rechte\nGesprächsmuster im Netz erkennen\, und wie kann man darauf reagieren\,\nohne bei reiner Faktenkorrektur oder Konfrontation stehen zu bleiben? \nDie zweiteilige Online-Fortbildung von Distanz e.V. setzt bei den\nStrukturbedingungen an. Ausgangspunkt ist das Konzept der\npostdigitalen Propaganda: Digitale Medien sind so selbstverständlich\nTeil des Alltags geworden\, dass Propaganda weniger über einzelne\nFalschbehauptungen wirkt als über das\, was sichtbar wird und sich\ndurch ständige Wiederholung richtig anfühlt. Prävention muss\ndeshalb mehr leisten\, als einzelne Aussagen zu widerlegen. \nDas erste Modul befasst sich mit Plattformlogiken\, algorithmischer\nVerstärkung und den Kommunikationsstrategien extrem rechter\nAkteur*innen\, also mit Codes\, Narrativen und Mustern\, die in\nKommentarspalten\, Kurzvideos und Online-Diskussionen auftauchen. Das\nzweite Modul stellt Handlungsfelder und Methoden der\nOnline-Distanzierungsarbeit vor. An Fallbeispielen aus der Praxis wird\nnachvollziehbar\, wie Kontaktaufnahme und Gesprächsführung im Netz\nablaufen\, wo affektive Ansprache ansetzt und welche Rolle Prebunking\nspielen kann. Außerdem geht es um den Umgang mit menschenverachtenden\nKommentaren\, um ethische Leitplanken für pädagogisches Handeln im\ndigitalen Raum und um die Frage\, was sich aus der Online-Arbeit in die\noffene Jugendarbeit und Schulsozialarbeit übertragen lässt. \nTermine\nModul 1: Donnerstag\, 03.12.2026\, 9:00 bis 11:30 Uhr\nModul 2: Donnerstag\, 10.12.2026\, 9:00 bis 11:30 Uhr\nDie Fortbildung findet online statt. \nZielgruppe\nDie Fortbildung richtet sich an Multiplikator*innen aus der offenen\nJugendarbeit und der Schulsozialarbeit\, die in ihrem Arbeitsalltag mit\nHass im Netz und Online-Radikalisierung in Berührung kommen.\nVorkenntnisse zu Online-Distanzierungsarbeit sind nicht notwendig.\nFragen und Situationen aus dem eigenen Arbeitsfeld haben Platz. \nTeilnehmende: Die Fortbildung ist auf 30 Plätze begrenzt. \nZiele der Fortbildung \n* Verstehen\, wie Plattformlogiken und postdigitale Propaganda\nbeeinflussen\, welche Inhalte Jugendliche erreichen\n* Extrem rechte Kommunikationsmuster\, Codes und Narrative im Netz\nerkennen und einordnen\n* Methoden der Online-Distanzierungsarbeit kennenlernen und an einem\nPraxisfall durchdenken\n* Eigene Haltung und Handlungsspielräume im Umgang mit\nmenschenverachtenden Aussagen reflektieren\n* Online und offline verbinden: Erkenntnisse aus dem digitalen Raum\nin die eigene pädagogische Arbeit übertragen \nAnmeldung\nDie Anmeldung erfolgt über Soziale Bildung e.V.: c.schultz@soziale-bildung.org\nAnmeldeschluss: 02.11.2026. \nDie Teilnahme ist kostenfrei. Alle Teilnehmenden erhalten ein\nZertifikat. \nDistanz – Distanzierungsarbeit\, jugendkulturelle Bildung und\nBeratung – e. V. wurde 2019 in Weimar gegründet und ist seit 2020\nTräger des Zentrum für Distanzierungsarbeit in Thüringen. Ziel ist\ndie Distanzierung junger Menschen von extrem rechten und\nmenschenfeindlichen Einstellungen. Der gemeinnützige Verein ist ein\nanerkannter landesweiter Träger der Jugendhilfe nach §75 SGB VIII\nund arbeitet bundesweit\, insbesondere mit Fokus auf Rechtsextremismus\nund Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Distanz e.V. ist seit 2024\nMitglied des EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation. \nMehr Informationen zu Distanz e.V.: https://distanz.info/\nMehr Informationen zur Online-Distanzierungsarbeit: \n\nHome
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SUMMARY:Gedenkstättenfahrt Weimar & Konzentrationslager Buchenwald
DESCRIPTION:Weimar & KZ-Gedenkstätte Buchenwald\nAußerschulische Gedenkstättenfahrt für Jugendliche ab 15 Jahren\n13. bis 17. Dezember 2026 \nGeschichte begreifen\, Fragen stellen und gemeinsam darüber nachdenken\, was Erinnern heute bedeutet: Kurz vor dem Jahresende laden wir euch zu fünf intensiven Tagen nach Weimar ein. \nWeimar steht für Goethe\, Schiller und die deutsche Klassik. Nur wenige Kilometer entfernt liegt aber auch das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Dort setzen wir uns gemeinsam mit dem Ort\, der Zeit des Nationalsozialismus und dem Holocaust auseinander. Wie konnte das geschehen? Was hat das mit uns heute zu tun? Und wie wollen wir erinnern? \nDabei stehen eure Interessen und Fragen im Mittelpunkt. Ein besonderer Schwerpunkt ist das Thema Fußball im KZ Buchenwald: Welche Rolle spielte der Sport im Lager? Was erzählen die Geschichten der Menschen\, die dort gespielt haben? Ihr werdet überrascht sein\, wie viel ein Ball über Geschichte verraten kann. \nDas Wichtigste auf einen Blick \n\nKosten: Die Fahrt ist für euch komplett kostenfrei.\nGruppe: Maximal 12 Teilnehmende\, damit genug Raum für Austausch und eure Fragen bleibt.\nUnterkunft: Wir wohnen in der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar.\nVorbereitung: Im November gibt es ein gemeinsames Vorbereitungstreffen\, bei dem wir uns kennenlernen.\nBegleitung: Anne und Christoph begleiten euch während der gesamten Fahrt.\nFreistellung von der Schule: Als anerkannter Träger der Jugendhilfe und Weiterbildung unterstützen wir euch gerne bei eurem Antrag.\n\nNeugierig? Dann meldet euch an!\nDie Plätze sind begrenzt\, also wartet nicht zu lange.\nAnmeldung und Fragen an: c.schultz@soziale-bildung.org \nWir freuen uns auf euch!
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