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In den Herbstferien setzten sich Jugendliche in einem zweitägigen Workshop mit der Kunst des Graffiti und mit Street-Art auseinander. Als Ergebnis wurde gemeinsam mit Künstlern ein Wandbild für die Schule entworfen und im Eingangsbereich umgesetzt. Es dauerte nicht lange und die Arbeit der Jugendlichen war zerstört.
Ein Bericht vom 05. November 2009
Seit Ende 2007 ist der Verein Soziale Bildung auch an der Regionalen Schule in Gnoien mit dem Projekt „Demokratiestärkende Bildungsarbeit im ländlichen Raum“ aktiv. Im letzten Jahr führte der Bildungsträger eine Studie u.a. zu Einstellungen, Demokratieverständnis und zur Schulsituation durch. Ein Ergebnis waren hohe Zustimmungswerte zu rechtsextremistischen Einstellungen; so gaben 15% der Jugendlichen in den Klassenstufen 8 und 9 an mit der „Rechten Szene“ zu sympathisieren, rassistische Ansichten wurden sogar von jedem dritten Jugendlichen vertreten. Gemeinsam mit Jugendlichen werden durch den Verein vielfältige Bildungsprojekte zu Demokratie, Interkulturalität und Menschenrechten gestaltet, um diesen Tendenzen entgegenzutreten und demokratische Alternativen aufzuzeigen. In den Herbstferien wurden ein HipHop-Projekt mit „Cultures Interactive“ aus Berlin und ein zweitägiger Graffiti-Workshop mit Greifswalder Künstlern durchgeführt, bei der ein Eingangsbereich der Warbel-Schule farbenfroh durch SchülerInnen gestaltet wurde.

Aber schon zwei Tage später war das Wandgemälde mit rechtsextremen Parolen, wie „Nationaler Sozialismus“ und „Frei, sozial und national“, besprüht. Dieser Vorfall ist einer von vielen in den letzten Wochen - in der Kulturbörse wurden die Fensterscheiben zum wiederholten Male eingeworfen, vermummt wird ein NPD-Comic an der Schule verteilt, Kriegsverbrecher wie Hitlers Stellvertreter Heß werden als „Friedensflieger“ umgedeutet, Naziaufkleber sind an fast jedem Laternenpfahl zu sehen, gegen den Bürgermeister wird gehetzt. Es ist aber nur eine kleine Minderheit von rechtsextremistisch eingestellten Menschen, die versuchen durch NS-verherrlichende Propaganda und wiederholte Provokationen der Stadt ihren menschenverachtenden Stempel aufzudrücken. Diese Entwicklung zu verhindern, sich zu solidarisieren und rechtsextremistische und gewaltverherrlichende Positionen nicht hinzunehmen, kann und sollte gemeinsam erreicht werden. Auch unter den Jugendlichen überwiegt das demokratische Grundverständnis, in der erwähnten Studie äußerte sich die große Mehrheit gegen rechtsextremistische Auffassungen. Sie zu stärken ist Aufgabe von uns allen.
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